Kommt ein Stöckchen geflogen…

BunnyWithStick (c) Wendigogo 2016

Vor ein paar Tagen hat BlutUndGlas von D6Ideas uns ein Stöckchen zugeworfen, dass wir natürlich gerne aufnehmen.

1. Welches Rollenspielprodukt hat dich persönlich am meisten geprägt?
Auch wenn es ein Unknown-Armies-Blog ist, muss ich hier den Klassiker „Call of Cthulhu“ nennen. Ich leite es, seitdem ich die ersten deutschen Box 1986 (bei Hobby Products noch unter dem Namen „Auf Cthulhus Spur“) mein Eigen nenne.

2. Was ist die beste Regel, die dir je in einem Rollenspielsystem untergekommen ist, welches die schlechteste?
Schwierige Frage: Regeln waren nie so ein Thema für mich, weshalb ich zum Anfang meiner Rollenspielkarriere so begeistert vom Prozentsystem von Cthulhu, Stormbringer oder Hawkmoon war. Hier konnte man auch vollkommenen Newbies schnell begreiflich machen, was sie konnten und was nicht. Schön, dass Unknown Armies auf den gleichen Zug aufsprang. Schlechte Regeln ignoriere ich und hab sie deswegen schnell vergessen.

3. Wenn du heute nochmal eine Spielrunde starten könntest, die inhaltlich und vom Stil her genau so läuft wie deine allererste, würde das funktionieren? Warum?
Nein, ich könnte ein D&D-Anfänger-Dungeon einfach nicht mehr mit dem gleichen Ernst leiten 🙂

4. Was vermisst du heute am Rollenspiel, was vor 20 Jahren (bzw. in den ersten Jahren, als du angefangen hast) noch anders und viel besser war?
Irgendwie vermisse ich die Rollenspielzeitschriften wie Zauberzeit, Fantasywelt oder die grandiose (französischsprachige) Casus Belli. Das Besondere an ihnen war der Blick über den Tischrand, da sie nicht nur auf ein System fokussiert waren.

5. Welche Settings sind im deutschsprachigen Raum deiner Meinung nach völlig unterrepräsentiert?
Ernstzunehmender Science Fiction. Cyberpunk ohne Elfen und Zwerge oder Post- bzw. Transhumane Hintergründe. Würde ich gerne mal spielen.

6. Welches ist dein Lieblingswürfel und warum?
Der Zehner, denn zwei von denen braucht man für das Prozentsystem (s. Frage 2)

7. Wenn es Pen&Paper Rollenspiele nicht geben würde, was hättest du mit der Zeit, die du in das Hobby investiert hast, gemacht?
Wahrscheinlich ein noch größerer Film-Nerd geworden, oder doch alternativ bei Computerrollenspiele versumpft ohne mich jemals zu fragen, ob da nicht was fehlt.

8. Gibt es einen Spielercharakter, der dir in all den Jahren in Erinnerung geblieben ist? Warum?
Udivan, zunächst ein Glücksritter, der zum Ende seiner Karriere zum Ordenskrieger wurde. Dies war mein Charakter in einer Midgard-Kampagne, die ich noch zu Schulzeiten begann. Hier experimentierten wir uns damals weg vom Brett- zum Charakterspiel und da ich damals unglaubliches Würfelglück hatte, gelangen dem Kerl die irrsten Dinge, die man aus Mantel- und Degenfilmen kennt. Vielleicht verklärt sich der Blick aber auch, weil es solange her ist ;-).

9. Gibt es einen Nichtspielercharakter, der dir in all den Jahren in Erinnerung geblieben ist? Warum?
Sir Arthur Ablewhite war in einer meiner Space1889-Runde (noch GDW) eine so hervorragende degenerierte adlige Nervensäge, dass die blosse Erwähnung bei meinen Spielern immer noch zuerst eine Augenverdrehen und dann ein Lachen hervorlockt. Wie gerne habe ich den gespielt.

10. Wird Pen&Paper auch in Zukunft noch den selben Stellenwert für dich persönlich haben?
Klar, ich spiele schon seit Jahrzehnten und solange ich noch einen Würfel halten kann….

Dann gibt es noch die Bonusfragen

B1 Die Grenzen zwischen Rollen- und Brettspiel sind fließend, so kann man etwa mit GURPS die Schlachten gegen den Riesenpanzer Ogre nachspielen, mit Lords of Waterdeep in die Intrigen der Forgotten Realms eintauchen oder mit Doomtown um die Kontrolle der Stadt Gomorra in Deadlands kämpfen. Wo sähest Du gerne eine Umsetzung vom Rollen- zum Brettspiel (oder umgekehrt), und wie sähe diese aus?
Bei GDW gab es für Space1889 sowohl Miniaturregeln wie auch ein Strategiespiel mit Luftschiffen, die ich damals aber irgendwie „hölzern“ fand. Das mit wirklich guten Regeln würden meine Abneigung gegen Strategiespiele auf jeden Fall mindern (vielleicht will ich aber auch nur mit den Püpchen spielen ?)

B2 Bleiben wir beim Brettspiel: Während (meiner Meinung nach) im Rollenspiel bei den Kernmechanismen in Form von Zielwurf, Unterwürfeln, Gummipunkten oder ähnlichem oftmals große Ähnlichkeiten zwischen den Systemen vorzufinden sind, gibt es bei Brett- und Kartenspielen eine ungeheure Vielzahl von Mechanismen und Variationen. Gibt es einen Mechanismus aus einem Brett- oder Kartenspiel, der in Deinen Augen die Möglichkeiten von Rollenspiel lohnenswert erweitern würde?
Mir fällt gerade keiner ein, ich bin auch kein Karten- oder Brettspielfan. Allerdings finde ich Variationen abseits des Würfelwurfs ganz spannenend. Vor kurzem haben wir die Kartenmechanik von „Castle Falkenstein“ ausprobiert und ich fand sie recht stimmig und irgendwie sogar strategisch. Und nach anfänglichen Zweifeln hat sich der Jenga-Turm bei Dread in der Praxis als wirklich unterhaltsam erwiesen.

Und damit werfen wir das Stöckchen mit ebendiesen Fragen weiter an Amel von Einigen Seiten des Buches Eibon und den Jungs von System Matters zu.

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