Murnaus Schädel

4. März 1922: Im Marmorsaal des Zoologischen Gartens Berlin hat der Stummfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens von Friedrich Wilhelm Murnau mit Max Schreck in der Rolle des Vampirs Graf Orlock seine Uraufführung.

Murnau (c) Wendigogo 2016Im Juli 2015 stahlen Unbekannte den Kopf der Leiche von „Nosferatu“-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) aus der Grabkammer der Familie. Die Täter gingen dabei offensichtlich gezielt vor, denn die beiden Särge von Murnaus Brüdern blieben unberührt. Ermittler fanden in der Gruft Wachsreste auf einem Sargdeckel von Murnaus Bruder, die von den Tätern stammen könnten. Ein okkulter Hintergrund wurde nicht ausgeschlossen.
Dies war nicht aber die erste Attacke auf Murnaus letzte Ruhestätte. Bereits in den siebziger Jahren war der Sarg von Eindringlingen geöffnet und der Deckel dabei beschädigt worden, die Leiche blieb dabei unberührt.
Murnau kam am 11. März 1931 bei einem Autounfall im kalifornischen Santa Barbara ums Leben, ein halbes Jahr vor der Uraufführung seines letzten, in der Südsee spielenden und dort auch gedrehten Films „Tabu“. Vor der Überführung nach Deutschland war der Leichnam mehrfach balsamiert worden, was seinen vergleichsweise gut erhaltenen Zustand erklärt. Am 5. April traf Murnau – im Sarg, aber ansonsten wie geplant – mit dem Dampfschiff „Europa“ in Hamburg ein. Eine Wahrsagerin hatte ihm bereits prophezeit, „er werde auf andere Weise, als er denke, per Schiff zu seiner Mutter gelangen.“

Im okkulten Untergrund Berlins kursieren natürlich die wildesten Gerüchte:

1) Ein Cinemant, der seine Kraft aus Reliquien der Stummfilm-Ära zieht, wollte den ultimativen Kick. In seinem Haus in Berlin, das voll mit Postern, Originalkostümen und Autogrammen gestopft ist, findet sich im Keller ein besonderes Gewölbe, Hier thront Murnaus Schädel über eine Sammlung seiner längst verlorenen gegangener Filme wie „Herr Tartüff“ (1926), „Four Devils“(1929) und seinem letzten Film „Tabu“ (1931) in einer bislang unbekannten Langfassung der Filmfirma „Golden Bough, Inc.“

2) Ein junger Totenbeschwörer wollte den Geist Murnaus herbei rufen, aber nur, um zu erfahren, wie dieser damals Kontakt zu Vampiren aufnehmen konnte. Angeblich war Max Schreck, der Hauptdarsteller von Nosferatu, ja wirklich ein Vampir. Seit kurzem soll des Nachts nun ein hässlicher bleicher Typ durch die Clubs und Bars Kreuzköllns ziehen, der seinen Wohnort nur als „Alt-Buckow 39 b“ angibt und gerne mal mit einem gewissen Goth sprechen will, der an der FU Filmwissenschaft studiert.

3) Kurz nachdem das Grab geschändet wurde, soll in der Deutschen Kinemathek in Berlin versucht worden sein, Murnaus Totenmaske zu stehlen. Greta Garbo, die kühle Göttin des Films, war als gute Freundin eine der Wenigen, die damals an Murnaus Beisetzungsfeier teilnahmen, und ließ auch die Totenmaske abnehmen. Bis zu ihrem Tod behielt sie diese als kostbare Reliquie in ihrer Pariser Wohnung. Angeblich wurde sie schon damals immer wieder bedrängt, die Maske zu verkaufen. Ein uralter Mann, angeblich der erste Velomant, sucht Reliquien von berühmten Unfallopfern, um sein Leben zu verlängern. Er hat schon mehrere Wollfäden von Isadora Duncans Schal, das Nummernschild von James Deans Porsche Spyder, einen blutbefleckten Parisführer aus dem Besitz Lady Dis und den Beifahrersitz von Paul Walkers Unfallwagens. Jetzt gibt es jemanden im Umkreis des Filmmuseums, der die Maske gegen den Kopf tauschen will.

Dieser Artikel wurde von einem Blogartikel von Adam Gauntlett für „Night’s Black Agents“ inspiriert. Ihr findet ihn hier.

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